Risikoschwangerschaft

Auf Nummer sicher

Risikoschwangerschaft
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge stellt der Arzt der Schwangeren bei der ersten Untersuchung oder bereits bei der Feststellung der Schwangerschaft einige Fragen. Die Ergebnisse der 26 Fragen werden auf den Seiten 5 und 6 im Mutterpass vermerkt. Anhand dieses Fragenkatalogs kann es sein, dass die Schwangere der Kategorie "risikoschwanger" zugeorndet wird.

Wann liegt eine Risikoschwangerschaft vor?

Häufige Befunde, die zur Klassifizierung "Risikoschwangerschaft" führen, sind:

  • das Alter der Schwangeren, denn Frauen ab 35 Jahren haben ein erhöhtes Risiko ein Kind mit einer Chromosomenstörung auf die Welt zu bringen. Ist die Schwangere jünger als 18 Jahre können häufiger vorzeitige Wehen eintreten oder eine Durchblutungsstörung der Gebärmutter vorliegen
  • Mehrlingsschwangerschaften, da die Lage und die Entwicklung der Kinder aufgrund des "Platzmangels" schwieriger zu überwachen ist
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Medikamenten-, Alkohol-, Nikotin- oder Drogenmissbrauch
  • Übergewicht der Schwangeren
  • Vorerkrankungen der Schwangeren, wie beispielsweise Herzschwäche, Diabetes, Epilepsie
  • vorzeitige Wehen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Komplikationen bei vorangegangenen Geburten

Beratung statt unnötiger Belastung

Die verfeinerte Suche nach erhöhten Wahrscheinlichkeiten hat dazu geführt, dass sehr viele Schwangere sich selbst und ihr Kind durch ein Risiko bedroht fühlen, das für sie selbst eventuell gar keine Gefahr bildet. Obwohl Schwangerschaft und Geburt noch nie so sicher waren wie heute, haben Angst und Unsicherheit stark zugenommen und belasten die Frauen teilweise stark. Diese Belastung kann nur verringert werden, wenn in der Schwangerenvorsorge statt der Verallgemeinerung der Risikoberechnung wieder die individuelle Persönlichkeit mit der ihr eigenen Vorgeschichte in den Vordergrund gerückt wird.

Der Begriff "Risiko" bezeichnet eine statistische Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmtes Ereignis eintreten kann. In der Schwangerschaft sagt es für die einzelne Frau nicht viel aus. Wird zum Beispiel das Risiko für einen Kaiserschnitt mit 15% angegeben, so sagt es für die einzelne Frau jedoch noch gar nichts darüber, ob sie nun in der Gruppe der 15 % ist, die einen Kaiserschnitt bekommen oder der Gruppe der 85 % angehört, die keinen bekommen.

Egal was die Statistik sagt: es handelt sich um eine normale Schwangerschaft solange keine Komplikation vorliegt. In erster Linie bedeutet eine Risikoschwangerschaft, dass Mama und Baby häufiger untersucht werden, um den Gesundheitszustand zu ermitteln. Und auch wenn Beschwerden oder Komplikationen auftreten, gibt es meist Mittel und Wege, wie Mutter und Kind geholfen werden kann.

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