Mutterpass-Abkürzugnen

Das Mutterpass-Lexikon

Von A wie Anamnese bis Z wie ZNS wimmelt es nur so von Fremdwörtern im Mutterpass. Wir erklären euch hier auf einen Blick, was hinter den Begriffen steckt und führen euch so durch den Dschungel der Mutterpass-Abkürzungen und Fremdwörter.

Mutterpass-Abkürzungen von A bis Z

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Antikörper-Suchtest = s. Coombs-Test, indirekter.

Abort = Fehlgeburt

Abruptio = Schwangerschaftsabbruch

Abusus = beschreibt den anhaltenden Genuss von Zigaretten, Drogen oder Alkohol in der Schwangerschaft. Das bringt ein erhöhtes Missbildungsrisiko mit sich.

Amniocentes = Fruchtwasseruntersuchung

Anamnese = Krankenvorgeschichte

Adipositas = Fettleibigkeit: das Gewicht der Frau liegt mehr als 20 % über dem Normalgewicht. Kann in der Schwangerschaft zu Bluthochdruck, Diabetes oder EPH-Gestosen (Entgleisung des Stoffwechsels in der Schwangerschaft) führen und erschwert die Geburt.

Anämie = Blutarmut der Mutter. Blutarmut bedeutet nicht, dass die Mutter zu wenig Blut hat, sondern dass zu wenige rote Blutkörperchen (Hämoglobin) vorhanden sind. Die roten Blutkörperchen sind die Sauerstoffträger im Blut. Daher kommt es bei einer Anämie häufig zu Frühgeburten oder zu Erkrankungen der Mutter.

Apgar-Zahl
= Direkt nach der Geburt wird der so genannte Apgar-Test durchgeführt, der den Zustand des Neugeborenen so genau wie möglich erfasst. Untersucht werden fünf Lebensfunktionen. Für jeden Test bekommt der Säugling null bis zwei Punkte, die zusammengezählt werden.
Ergebnis:  Bei acht bis zehn Punkten geht es dem Kind gut bis sehr gut. Weniger als sieben Punkte lassen eine (oft vorübergehende) Störung vermuten. Deshalb wird der Apgar-Test mehrmals wiederholt – einmal nach fünf und einmal nach zehn Minuten.

Bei weniger als 4 wird das Baby sofort behandelt.

APD = Anterior-posterior Durchmesser: Durchmesser des Babybauchs vom Rückgrat zum Nabel.

ATD = Abdominaler Transversaldurchmesser: Querdurchmesser des Babybauchs von links nach rechts.

AU = Abdomenumfang: Umfang des Babybauchs.




Blutgruppen-Zugehörigkeit
= Blutgruppe und Rhesusfaktor der Schwangeren

Blutungsneigung = Hinweis auf evtl. gestörte Blutgerinnung

Bluttransfusionen = Hat eine Schwangere früher Blutkonserven bekommen, so kann sie dagegen Abwehrkörper gebildet haben. Vor einer erneuten Bluttransfusion bei der Geburt werden dann spezielle Tests nötig.

BEL = Beckenendlage. Der Steiß des Kindes liegt nach unten.

BPD = Biparietaler Kopfdurchmesser. Abstand von Schläfe zu Schläfe.




Coombs-Test, direkter = untersucht nach der Geburt, ob das Baby Antikörper im Blut hat.

Coombs-Test, indirekter = ist dieser Bluttest positiv, hat die Mutter Antikörper gegen andere Blutgruppen gebildet.




Diabetes = Zuckerkrankheit

Dorsonuchales Ödem = Gewebewasseransammlung im Nacken des Babys, die ein Anzeichen auf einen Erbgutschaden sein kann.




EU = Extrauterinschwangerschaft; Schwangerschaft, bei der sich der Keim außerhalb der Gebärmutter entwickelt.

Eiweißausscheidungen = Zeichen für eine gesteigerte Durchlässigkeit der Nieren für Eiweiß, was auch krankhafte Ursachen haben kann.




FS = Fruchtsack. Durch die Lokalisation schließt man eine Extrauterinschwangerschaft (Keim wächst außerhalb der Gebärmutter) aus.

FOD/KU = Fronto-okzipitaler Durchmesser: Kopfumfang. Wird aus den Durchmessern von Schläfenbein zu Schläfenbein und von Stirn zum Hinterkopf errechnet.

FL/HL = Femurlänge / Humeruslänge; bezeichnet die Länge der Oberschenkel- und Oberarmknochen.




Gravida = Zahl aller Schwangerschaften einer Frau. Die aktuelle, vorausgegangene und auch Fehl- und Frühgeburten sowie Schwangerschaftsabbrüche werden mitgezählt.

Gestationsdiabetes = Zuckerkrankheit, die bei der Mutter durch eine meist ererbte Schwäche der Bauchspeicheldrüse entsteht. Unter den Belastungen der Schwangerschaft entwickelt sich eine Zuckerstoffwechselstörung, die mit Insulin behandelt wird und nach der Geburt meist von selbst wieder verschwindet.

Geburtsmodus = Art der Entbindung




Harnwegsinfektionen
= Entzündung der Harnblase oder Harnleiter, die in der Schwangerschaft unbedingt behandelt werden muss, da sie sonst zur chronischen Nierenbeckenentzündung werden und Frühgeburten auslösen kann.

Hypertonie = Bluthochdruck

Hypotonie = zu niedriger Blutdruck

Hydramnion = Vermehrung des Fruchtwassers auf mehr als zwei Liter. Kann ein Hinweis auf eine kindliche Fehlentwicklung sein, aber auch auf eine Diabetes der Mutter hindeuten.

HB = Hämoglobin: Blutfarbstoff. siehe Anämie

Herzaktion = Herzschlag des Babys




Isthmozervikale Insuffizienz = Schwäche des Gebärmutterhalses, bei der sich der Muttermund meist nach der 12. Schwangerschaftswoche unbemerkt öffnet. Die Behandlung sieht in solchen Fällen Bettruhe, Wehenhemmung oder eine rechtzeitige Wehenumschlingung (Cerlage) vor.

Intrauteriner Sitz = Gibt an, ob der Embryo in der Gebärmutterhöhle sitzt.




Kleinwuchs = Ist die Mutter unter 1,56 Metern groß, kann eine Stoffwechsel- oder Hormonerkrankung vorliegen, die dem ungeborenen Kind schaden kann. Zudem ist die Fehlgeburtenrate bei sehr kleinen Frauen höher.

Konzeptionstermin = Termin der Empfängnis. An diesem Tag beginnt die Schwangerschaft und dauert durchschnittlich 266 Tage. Wenn dieser Termin bekannt ist, kann der Entbindungstermin wesentlich genauer bestimmt werden.




Lageanomalie = Die Position des Kindes entspricht kurz vor der Geburt nicht der normalen Endstellung mit dem Schädel nach unten (SL für Schädellage). BEL=Beckenendlage; QL=Querlage




Multipara = Eine Frau, die bereits mehrere Kinder geboren hat.

Mangelgeburten = Ist das Kind zeitlich voll ausgetragen, wiegt jedoch zu wenig, spricht man von einer Mangelgeburt. Ursache ist meist eine Mangelversorgung in der Gebärmutter. Die Entwicklung des Kindes muss besonders beobachtet werden.




Oligohydramnion = Zu geringe Fruchtwassermenge. Kann auf eine Fehlbildung des Kindes oder eine Funktionsstörung der Plazenta hinweisen.

Ödeme = Wasseransammlungen im Gewebe, häufig nach langem Stehen. Kann auch ein Hinweis auf eine Gestose / Praeklampsie der Mutter sein.




Para = Anzahl der Geburten

Primpara =  Erstgebärende

post partum =  Störungen nach der Geburt, z.B. wenn sich der Mutterkuchen nicht richtig löst oder die Nachgeburtsblutungen sehr stark sind.

Placenta Praevia = Der Mutterkuchen liegt vor dem Muttermund und behindert den normalen Geburtsweg

Plazenta-Insuffizienz = Funktionsstörung des Mutterkuchens, die zu einer Unterversorgung des Babys mit Nähr- und Sauerstoff führen kann. Sie erfordert eine intensive Betreuung.

Plazentalok./-struktur = Sitz und Struktur der Plazenta

pH-Wert = Der pH-Wert gibt Aufschluss über den Sauerstoffgehalt im Blut des Babys. Unmittelbar nach der Geburt, manchmal auch bei Komplikationen während des Geburtsvorgangs, wird der pH-Wert im Nabelschnurblut bestimmt, um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.




QL = Querlage; das Kind liegt quer zum Geburtsausgang




Rhesus-Inkompatibilität = Blutgruppenunverträglichkeit zwischen rh-negativer Mutter und rh-positivem Kind. Der Körper der Mutter bildet Antikörper, die die roten Blutkörperchen des Babys auflösen. Dies kann beim Kind zu gesundheitlichen Schäden durch Sauerstoffmangel führen.

Röteln-HAH-Test = das Blut der Mutter wird nach Antikörpern gegen Röteln untersucht.

Rasche Schwangerschaftsfolge = Die letzte Schwangerschaft liegt weniger als ein Jahr zurück.

RR = Riva/Rocci: Oberer und unterer Blutdruckwert




SP = Spontangeburt: normale Geburt ohne operative Hilfe

Sectio = Kaiserschnitt

Skelettanomalie = Veränderungen am Knochenbau, die eine natürliche Geburt erschweren oder unmöglich machen.

Sterilisationsbehandlungen = Schwangerschaften können nach einer Sterilisationsbehandlung Risikoschwangerschaften sein.

SL = Schädellage. Normale Geburtslage des Babys mit dem Schädel voran.

Sediment = Untersuchung des Urins auf Zucker, Eiweiß, Bakterien und Blut, um Schwangerschaftsdiabetes oder Harnwegsentzündungen festzustellen.

SSL = Scheitel-Steiß-Länge. Die Länge des Babys vom Scheitel bis zum Steiß. Durch die gebeugte Haltung des Babys kann die exakte Länge des Babys nicht gemessen werden. Daher dient die Schädel-Steiß-Länge als Hilfsgröße, um die Entwicklung des Kindes zu beurteilen.




Thromboseneigung = Neigung zu Blutgerinnseln innerhalb der Blutgefäße, vor allem in Krampfadern, die zum Verschluss (Embolie) führen können.

Terminunklarheit = der Geburtstermin kann nicht genau berechnet werden, weil die Mutter sich nicht an den genauen Termin ihrer letzten Periode erinnert oder der errechnete Termin nicht zu den Untersuchungsbefunden passt.




Urin Z pos. = Zucker im Urin

Urin E pos. = Eiweiß im Urin




Vaginale Operation = Geburt mit der Saugglocke oder der Zange

Vorzeitige Wehentätigkeit = Wehen vor der 38. Schwangerschaftswoche, die gehäuft auftreten, d.h. mehr als zweimal stündlich, können eine geburtseinleitende Wirkung auf den Muttermund haben.




ZNS = Zentrales Nervensystem (= Gehirn und Rückenmark)

Zyklus = Der Arzt trägt die Zykluslänge ein. Nach langjähriger Pilleneinnahme kann der Zyklus unstabil sein, was die genaue Bestimmung des Geburtstermins erschwert.

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