Atemübungen für Schwangerschaft und Geburt
Mit Aaaa und Oooo entspannen
Bereits im Mutterleib übt das Ungeborene das Atmen. Natürlich atmet es nicht ein und aus, aber es vollzieht Bewegungen des Brustkorbs und des Zwerchfells, die zum Atmen notwendig sind. Das können Sie unmittelbar erleben, wenn Ihr Kind einen Schluckauf hat. Während es wächst, gedeiht und fleißig übt, erfahren Sie wahrscheinlich einige Einschränkungen in Ihrer Atmung. Alle Organe, Ihr gesamtes „Innenleben“ werden zurückgedrängt, das Kind benötigt Raum zum Wachsen. Das Atmen wird für Sie beschwerlicher. Mit den Senkwehen, ca. vier bis sechs Wochen vor dem Geburtstermin, rutscht Ihr Kind tiefer ins Becken – eine spürbare Erleichterung, zumindest was Ihre Atmung anbelangt. Auch in der Frühschwangerschaft sind viele Frauen über eine plötzliche Kurzatmigkeit irritiert. Der kleine Bauch kann ja noch nicht der Auslöser dafür sein. Die hormonelle Umstellung und die vermehrt zirkulierende Blutmenge verursachen eine Verkürzung des Atemrhythmus. Über Wochen wird Ihr Atem in der Schwangerschaft verändert, eventuell auch beeinträchtigt sein.
Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind
Setzen Sie zum Ausgleich Impulse, die Ihren natürlichen Atemfluss vertiefen, denn eine gute Atmung ist wichtig für die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind. Sie können seufzen, stöhnen, gähnen, schnuppern, reichen, lachen, pfeifen, singen oder tönen, um nur einiges zu nennen. Das harmonisiert und reguliert das Atemgeschehen, löst seelische Spannungen und wirkt aufbauend und belebend.
Entdecken Sie Ihr stimmliches Talent, das vielleicht noch unerweckt in Ihnen schlummert. Von Arien über HipHop oder Wiegenlieder gibt es genügend individuelle Entfaltungsmöglichkeiten. Apropos Wiegenlieder: Die meisten Babys lieben Gesang und ziehen die von Mamas oder Papas selbst intonierten Weisen den Konserven von Musikkassetten oder CDs vor (selbst dann, wenn es für unsere Ohren ziemlich schräg klingen sollte…).
Das Tönen von Vokalen ist eine hilfreiche Vorbereitung auf die Geburt. Wenn Sie Ihre Ausatmung mit einem Ton, z. b. Aaaa oder Oooo begleiten, verlangsamt sich Ihr Atem, wird tiefer. Sie können dem Atemstrom so einen gleichmäßigen Fluss geben und dadurch sanft und wohltuend auf Ihren Atem einwirken. Über Ihren Atem erfahren Sie vieles über sich selbst. Sie bemerken beispielsweise, was Ihnen gut tut oder ob Sie sich überfordern. Auch Gedanken und Gefühle wirken sich auf die Atmung aus.
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