Erkältung in der Schwangerschaft | Medikamente in der Schwangerschaft

Erkältung in der Schwangerschaft

Medikamente in der Schwangerschaft
Wer in der Schwangerschaft eine Erkältung bekommt, macht sich häufig Sorgen: Schaden die Viren dem Kind? Und darf ich Medikamente nehmen? Eine Erkältung ist zwar lästig, aber kein Grund zur Beunruhigung, denn das Baby ist im Bauch gut geschützt. Damit Schnupfennase und Co. schnell wieder verschwinden, helfen natürliche Mittel.

Dem Baby zuliebe sollten Frauen bei einer Erkältung in der Schwangerschaft natürliche Alternativen der Schulmedizin vorziehen. Bereits mit einfachen Hausmitteln können Beschwerden wie Schnupfen, Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Ohrenschmerzen sanft und dennoch effektiv behandelt werden. Aber es gibt Einschränkungen: nicht alle Heilpflanzen oder Hausmittel sind in der Schwangerschaft geeignet.

Wann zum Arzt bei einer Erkältung in der Schwangerschaft?

  • wenn bereits eine schwere Grunderkrankung vorliegt
  • bei besonders heftigen Beschwerden
  • wenn Beschwerden und Fieber plötzlich auftreten und sich rasch verschlimmern
  • bei mehr als zwei Tagen Fieber oder wenn es über 39 Grad ansteigt
  • bei eitrigem oder blutigem Auswurf bzw. Nasensekret
  • bei starken Atembeschwerden
  • bei heftigen Schmerzen
  • bei extremer Schwäche
  • wenn stärkere Symptome länger als eine Woche andauern

Die Genesung natürlich unterstützen

Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, einen Infekt nicht zu verschleppen und damit einen noch heftigeren Rückfall zu riskieren, sondern sich ein paar Tage so gut es geht zu schonen. Folgende Maßnahmen unterstützen den die Genesung:

  • Wärme und Ruhe
  • Stress und Überforderung vermeiden
  • warm einpacken, hinlegen (vor allem bei Fieber), für Ruhe sorgen und viel schlafen
  • häufiger trinken, denn bei einer Erkältung verliert der Körper durch Schwitzen und Fieber vermehrt Flüssigkeit. Empfohlen werden mindestens zwei Liter Wasser, wechselnde Kräutertees z. B. mit Lindenblüten oder Salbei, heiße Zitrone (selbstgemacht) und vitaminreiche Säfte. Übrigens: warme Getränke unterstützen die Verflüssigung und den Auswurf von Sekreten
  • leichte Kost essen, zu viel Fett und Eiweiß können in dieser Zeit die Verdauung überfordern. Besser sind frisches Obst, gedünstetes Gemüse, Gemüse- oder Hühnerbrühe, Joghurt und gut bekömmliche Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Reis. Milch sollte aufgrund ihrer anregenden Wirkung auf die Schleimbildung vermieden werden
  • Lebensmittel mit Vitamin C und Zink stärken die Abwehrkräfte – am besten in natürlicher Form. Vitamin C steckt z. B. in Zitrusfrüchten, Kiwis und Heidelbeeren, Zink findet sich in Käse, Paranüssen und Cashewkernen. Empfehlenswert ist auch Sanddorn (Ursaft oder Elixier z. B. von Beutelsbacher)
  • öfter lüften und ein feuchtes Raumklima schaffen, z. B. durch feuchte Tücher auf der Heizung, feuchte Wäsche oder einen Raumluftbefeuchter
  • wer wieder auf dem Weg der Besserung ist, darf auch gerne mal raus: Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft regt den Kreislauf an und stärkt das Immunsystem
babyclub.de-Team-Tipp: Ein ansteigendes Fußbad z. B. mit Thymiantee wärmt, entspannt und aktiviert die Abwehrkräfte. Dazu 1/4 Liter Thymiantee in eine Fußbadewanne geben. Warmes Wasser (ca. 37 Grad) nachgießen und die Füße hineinstellen. Nach und nach heißes Wasser dazugegeben, bis eine Temperatur von 40-42 Grad erreicht ist. Nach 15 Minuten die Füße gut abtrocknen, warm einpacken und sich ins Bett legen.

Medikamente, Heilkräuter, Hausmittel

Schwangere sollten grundsätzlich keine Medikamente – auch nicht pflanzliche – gegen die Beschwerden einnehmen, ohne sich im Beipackzettel oder durch Rückfrage beim Arzt oder Apotheker genau zu vergewissern, ob diese für werdende Mütter geeignet sind. Das gilt insbesondere bei Erkrankungen in der Frühschwangerschaft, da es sich um die empfindlichste Phase handelt. Homöopathische Präparate wie z. B. Nasensprays sind in der Regel unbedenklich und wirken gut – einfach die Hebamme oder den Arzt fragen oder in der Apotheke nach entsprechenden Produkten erkundigen.

Einige Heilkräuter, die normalerweise bei Erkältung eingesetzt werden, können in der Schwangerschaft unerwünschte Nebenwirkungen auslösen, da sie menstruationsfördernd wirken, wehenauslösend oder gefäßverengend. Das betrifft auch die gängigen Heilpflanzen zur Stärkung des Immunsystems wie Echinacea (Sonnenhut), Taigawurzel (Eleutherococcus), Lebensbaum (Thuja) und Kampfer, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollen.

Hausmittel sind ebenfalls nicht immer ohne Risiko, zu heiße Bäder oder eine Schwitzkur beispielsweise können den Kreislauf stark belasten oder wehenauslösend wirken. Wer diese Maßnahmen durchführen möchte, sollte es nicht übertreiben und genau auf die Signale des eigenen Körpers achten.

Übrigens: Wer kurz vor dem Geburtstermin eine Erkältung bekommt, kann damit rechnen, dass er sich verschieben kann. Der Körper benötigt jetzt seine ganze Energie für die Überwindung der Krankheit. Und keine Angst vor Ansteckung: Neugeborene verfügen über einen so genannten „Nestschutz“.

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Hebammenrat zum Thema "Erkältung in der Schwangerschaft":

Meinungen aus den Foren:
  • Kindergrippe
  • hallo, ich habe keine ahnung wie ich es machen soll... meine kleine maus kommt in 35 tagen auf die welt, und jetzt ist die kindergrippe schon gesprächsthema...
  • von deborah
    13.03.2010 14:43:40
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